Und siehe, es ist schön … Theologie zu lesen

Es gibt Tage, an denen brauche ich einfach gute Theologie. Jetzt sofort einen Satz aus der Tradition oder einen Abschnitt aus einem zeitgenössischen theologischen Werk. Worte in schönen Sätzen, die mich wieder wissen lassen, warum ich Theologie studiert habe, die mich fühlen lassen, dass Worte so schön klingen können wie Gesang, die mich von neuem wissen lassen, dass die biblischen Schätze allemal mit Schiller und Goethe mithalten können.
Wenn es schnell gehen muss, greife ich zu einem der Werke von Karl Barth, manchmal wahllos, immer wieder gerne zu den Gefängnispredigten, heute schaue ich ein wenig aufs Datum – mit Blick auf Erntedank –, lande bei einer Predigt vom 6. Oktober 1957 zu 1. Timotheus 4,4f.: „Alle Kreatur Gottes ist gut …“ und freue mich daran, wie schön es sein kann, einen „Urtext“ zu lesen – mit den Augen Karl Barths:

©Christian Schenck klein “Gott sah an Alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war gut – sehr gut sogar!
Gut: das Wort, das im griechischen Text an dieser Stelle steht, bedeutet eigentlich ‚schön’. Wie merkwürdig, dass das wirklich so in der Bibel steht: Was Gott geschaffen hat, ist ‚schön’! Gemeint ist nun freilich: es ist gut, recht, in Ordnung und also heilsam. Warum schön? Darauf ist zunächst sicher sehr einfach zu antworten: eben darum, weil Gott es geschaffen – was den Menschen angeht, sogar zu seinem Ebenbild geschaffen, weil er alle Kreatur dazu bestimmt hat, ihm Ehre zu machen.”
(Zitiert aus: Karl Barth, Den Gefangenen Befreiung! Predigten aus den Jahren 1954-59, Zürich-Zollikon 1959, 105). BS

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